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ESG bei Schwellenländerinvestments

Mit den Themen Schwellenländer und ESG treffen zwei Megatrends zusammen. Das dynamische Wachstum der Schwellenländer wird zu einem höheren Anteil dieser Länder in den Portfolios führen.

Tilmann Galler , Globaler Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management

Für Anleger gilt es zu erkennen, wie die globalen politischen und regulatorischen Initiativen zur Stärkung der ESG-Faktoren (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) zunehmend das Makro-Umfeld und die finanzielle Nachhaltigkeit von Unternehmen beeinflussen. In diesem Kontext betrachten wir die vielfältigen ESG-Herausforderungen, die in Schwellenländern bestehen. Wir zeigen aber auch, dass ein Fokus auf Unternehmen, die sich an das veränderte ESG-Umfeld anpassen, zu erheblichen Renditechancen führen kann.

Dies belegen die Daten der vergangenen Jahre. Der Schutz der Umwelt und die Bekämpfung des Klimawandels werden zu immer dringlicheren globalen politischen Prioritäten. Die Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen und das Ziel der Klimaneutralität sind wichtige Meilensteine.

Umwelt schützen

Vor 50 Jahren verursachten die heutigen Industrieländer zwei Drittel der globalen Kohlendioxid-Emissionen, die Schwellenländer lediglich einen Drittel. Heute haben sich die CO2-Emissionen verdreifacht und das Verhältnis hat sich umgekehrt: Der Anteil der Schwellenmärkte beträgt nun fast 70%. Europa und die USA haben sich verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu werden, während China sich weitere zehn Jahre Zeit nimmt. Zur Erreichung dieser Ziele wird eine deutliche Änderung der Geschäftsgrundlagen von Unternehmen in CO2-intensiven Sektoren wie Energie, Grundstoffe und Versorgungsunternehmen erforderlich sein. Geschäfts- und Wirtschaftsmodelle, die sich nicht anpassen, werden voraussichtlich mit zunehmenden Sanktionen von Investoren und klimabewussten Regierungen konfrontiert werden. Im MSCI Emerging Markets Index lässt sich bereits ein deutlicher Rückgang der Gewichtung von CO2-intensiven Sektoren beobachten. Dennoch gibt es weiterhin Herausforderungen, vor allem in den Bereichen Fertigung, Lebensmittelverarbeitungsstandards sowie Wasser- und Abfallmanagement. Schwellenländerunternehmen, die Teil einer internationalen Lieferkette sind, werden jedoch ihre Standards verbessern müssen, weil die grossen multinationalen Unternehmen beginnen, ihre Wertschöpfungsketten nach ESG-Kriterien zu optimieren. Unternehmen, die sich nicht anpassen, haben im globalen Wettbewerb einen erheblichen Nachteil.

Soziale Faktoren

Menschenrechte, Arbeits- und Gesundheitsbedingungen sowie Diversität sind soziale Kriterien, die bei den in Schwellenländern tätigen Unternehmen verstärkt überprüft werden müssen. Das wachsende Bewusstsein bei Verbrauchern und Investoren auf der ganzen Welt setzt Regierungen und Unternehmen unter Druck, sich in diesen Bereichen zu verbessern. Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden und die Gemeinschaften, in denen sie tätig sind, ausbeuten, riskieren erhebliche Imageschäden auf globaler Ebene.

Gute Unternehmensführung

Regulierung, Korruption, Transparenz und die Rechte der Aktionäre/Anleiheinhaber stellen seit langem wichtige Erwägungen für Anleger in Schwellenländern dar. Die Weltbank-Indikatoren geben Hinweise in Bezug auf Länder, die ein besonderes Augenmerk seitens der Anleger erfordern, und Länder, die bereits höhere Standards eingeführt haben – wobei diese Indikatoren nur eine Momentaufnahme darstellen und die Dynamik in Bezug auf Korruption und Regulierung in den einzelnen Regionen recht unterschiedlich ist. Eine Anlage in Schwellenländern bedeutet in der Regel, dass Investoren eine Minderheitsbeteiligung halten, weil das Unternehmen vom Staat, von Einzelpersonen oder Familien beherrscht wird. Das Risiko für Anleger besteht darin, dass die Unternehmensführung nicht nur wirtschaftliche Ziele verfolgt. Enge Beziehungen zu Regierungsvertretern beeinträchtigen die Bemühungen, wettbewerbswidrige Praktiken, Korruption und Bestechung zu bekämpfen und Aktionärsrechte zu schützen. Die Politik in den Schwellenländern reagiert jedoch auf die gestiegenen Forderungen nach verantwortungsvoller Unternehmensführung. Die Region der Schwellenländer ist weder auf Länder- noch auf Unternehmensebene homogen. Wachstum und Nachhaltigkeit können durch sorgfältige Unternehmensanalysen und Corporate Engagement in Einklang gebracht werden. Unternehmen, die von schnellem Wachstum in ihren lokalen Märkten profitieren und gleichzeitig im Bewusstsein agieren, globale ESG-Standards zu erfüllen, haben nachhaltigere Geschäftsmodelle.

Langfristige Perspektive

Tatsächlich stehen ESG-Merkmale häufig für Qualität: Unternehmen, die beim ESGScreening gut abschneiden, werden oft mit einer langfristigen Perspektive geführt und weisen ein höheres Mass an breit angelegter Forschung und Entwicklung sowie Innovation auf. Insgesamt sind wir nicht der Ansicht, dass Anlagen in Schwellenländern im Widerspruch zu den breiteren ESG-Ambitionen der Welt stehen. Durch die Forderung nach höheren ESG-Standards tragen Anleger dazu bei, den Wandel zu beschleunigen. Der Spielraum für Verbesserungen nachhaltiger Ergebnisse ist erheblich und die Berücksichtigung von ESG-Faktoren in dieser Anlageklasse bietet umfangreiche Renditechancen für langfristig orientierte Anleger.

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